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Autozeitschriften-Realität

Geposted von: Redaktion D MOTOR, am 3 August 2009

Blog_dmotor_red Beim Blättern durch einschlägige Presseerzeugnisse mit dem Schwerpunkt Sportwagen finde ich einen Vergleich von sechs verschiedenen Porsche Turbo, einen Bugatti Veyron im Fahrbericht, einen Vergleich zwischen einem Gallardo und einem F430, der neue Pagani Zonda Cingue wird vorgestellt und einen Test des neuen BMW M7. Und da frage ich mich, ob die Macher dieser Magazine in derselben Welt leben, wie ich? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kenne niemanden, der einen Lamborghini in der Garage stehen hat. In meiner Straße fährt niemand einen Aston Martin. Und in den Straßen von Berlin Mitte ist ein Porsche schon das Höchste der Gefühle.

Irgendwie will die Realität da wohl nicht so ganz, wie die Zeitschriften gerne hätten. Aber auch normale Autozeitschriften gehen zum überwiegenden Teil mächtig am richtigen Leben vorbei. In der Regel werden 200PS starke Limousinen a la C-Klasse, A4 und 3er als die Lieblinge des Volkes bezeichnet. Entschuldigung, hab ich was verpasst? Die Teile kosten locker 40.000 Steine. Also von welchem Volk sprechen wir da bitte? Genau so ist es völlig selbstverständlich, dass ein Golf GTI ein gutes Auto für Führerscheinneulinge ist. Unter dem Motto: na ja, der GTI hat ein bisschen was unter der Haube, aber nicht zu viel. Damit ist er das ideale Auto für Abiturienten. Auch der Neupreis von 26.000 ist für die jungen Leute genau richtig. Hallo, spinn‘ ich? Die können damit bloß die Teenies aus Beverly Hills 90210 meinen. Meine Freunde fahren einen Golf 3 oder einen zehn Jahre alten Opel.

Versteht mich nicht falsch. Alle diese schönen Autos gehören ja auch in solche Magazine. Wo sonst soll man sie denn erleben? Auf der Straße gibt es sie ja nicht. Aber es sollten auch die Verhältnismäßigkeiten gewahrt werden. Von 400.000 Euro teuren Supersportwagen wird von oben herab berichtet als handele es sich um den Anstandsbesuch bei der Schwiegermutter. Völlig überteuerte Mittelklassefahrzeuge sind gerade noch gut genug. Wo soll das hinführen? Es wird Zeit, dass aus den Hot Hatches wie Astra OPC, Seat Leon Cupra R usw. wieder richtige Heroes gemacht werden. Und auch Porsche oder Ferrari sollten wieder das sein, was sie sind - ein Mythos.

Also liebe Leute, ihr braucht euch also keine Sorgen machen, dass ihr euren Kindern keinen GTI kaufen könnt oder dass ihr keinen italienischen Sportwagen fahrt - das ist nämlich ganz normal!


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