Schumacher zurück
Geposted von: Redaktion D MOTOR, am 10 August 2009 Michael Schumacher fährt wieder bei Ferrari. Diese Überraschung klingt für mich wie ein Auszug aus dem Drehbuch von Rocky Balboa oder nach Phantasterei. Ich kann es gar nicht glauben, aber es ist tatsächlich Wirklichkeit. Dieses Comeback stellt meiner Meinung nach alle Sensationen der Sportgeschichte in den Schatten.
Leider sind die Umstände seiner Rückkehr ganz und gar nicht erfreulich. Bei aller Euphorie muss ich an den verletzten Filipe Massa erinnern. Seine bis dato gut fortschreitende Genesung ist wichtiger als das wohl größte Sportmärchen aller Zeiten.
Es wurde ja vom ersten Moment an spekuliert, ob nicht Schumacher den verunglückten Brasilianer bis Saisonende ersetzen soll. Das diese Wunschvorstellung jetzt auch genau so umgesetzt wird, ist eine schallende Ohrfeige gegen die treuen Ferrari-Testpiloten Luca Badoer und Marc Gené. Für die beiden Ersatzfahrer hätte es der große Wurf werden können. Stattdessen müssen sie es hinnehmen, dass lieber der Rennrentner aus Kerpen wieder ins Cockpit gehievt wird. Aber scheinbar muss Schumacher für Montezemolo und die anderen Teamleiter immer noch der beste verfügbare Formel-1-Fahrer sein. Wobei der siebenmalige Weltmeister ja eigentlich der beste nicht verfügbare Rennfahrer sein sollte. Die Formel-1 sei für ihn eine abgeschlossene Geschichte.
Wie also kam zu Michaels Zustimmung zu diesem Mega-Deal? Ist es tatsächlich der tiefe Wunsch des Deutschen, seinen guten Freuden bei Ferrari aus der Patsche zu helfen? Oder ergab sich durch diese Situation die einzige Möglichkeit für ihn, sich ohne Gesichtsverlust die Frage zu beantworten, die ihn schon viel länger plagt? Kann ich noch mit den anderen mithalten? Oder aber könnten es doch ganz einfach nur das Geld und der Ruhm sein, die ihn lockten? Obwohl ich Michael Schumacher nicht kenne, halte ich Letzteres für die unwahrscheinlichste Variante.
Die F1 wird in den nächsten Wochen einen nie geahnten Boom erleben. Bisher lief der Kartenvorverkauf für das Rennen in Valencia sehr schleppend. Nur 30.000 Tickets wurden verkauft. Dank der aktuellen Entwicklung wird das Rennen bis Ende der Woche wohl ausverkauft sein. In spätestens vier Wochen werden wir wissen, ob das Comeback von Michael Schumacher der totale Triumph eines Sportlers oder ein großer Fehler ist. Egal wie die Geschichte ausgeht, ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Rückkehr einer Rennfahrerlegende in sein altes Cockpit in zehn bis fünfzehn Jahren für einen Hollywoodstreifen gut sein wird.






Kommentare