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20 Jahre Mauerfall

Geposted von: Redaktion D MOTOR, am 16 November 2009

Blog_dmotor_red20 Jahre Mauerfall – ein Event, von dem ich im Voraus nicht wirklich viel Notiz genommen hab. Das mag daran liegen, dass ich größtenteils im vereinten Deutschland aufgewachsen bin und keine bewusste Beziehung zu dieser Thematik habe. Aber als Berliner haben mich die Bilder der Feierlichkeiten am Brandenburger Tor doch ungeahnt stark berührt. Irgendwo ist es wohl ein wichtiger Punkt in meinem oder in unserem Leben.

Das scheinen die Sponsoren der Veranstaltung völlig anders zu gesehen zu haben -  ganz vorne weg die Autohersteller. Das offizielle Auto zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls war der Lancia Delta. Hm, nimmt man jetzt erstmal so hin.

Nur am Rande, ich find es ja schon sehr bedenklich, wenn ein Gurkenschnitzer wie Hyundai der Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft ist.

Aber ein Lancia ist das offizielle Auto zum Jubiläum eines der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse unseres Landes? Ist mir vollkommen unverständlich! Dabei ist es wahrscheinlich falsch, den Italienern den schwarzen Peter zu zuschieben. Denn die Jungs und Mädels von Lancia haben wahrscheinlich bloß die Chance genutzt, die sich ihnen bot.
Das wird darauf zurück zu führen sein, dass kein deutscher Hersteller die zwingende Notwendigkeit darin sah, die Veranstaltung mit dem passenden Auto rund zu machen. Ein deutsches Auto, gewissermaßen als Produkt des Erfolges unserer Zeit, wäre doch metaphorisch völlig passend für das Event gewesen.

Aber weder BMW, VW, Mercedes oder Audi wollten sich auf so einen Deal einlassen. Warum eigentlich? Wo doch die Firmen-Logos dieser Hersteller tag-täglich untrennbar mit dem Stadtbild vieler deutscher Städte und gerade Berlins verbunden sind.

Ich glaube, dass die Chefetagen bei Daimler, BMW oder VW einfach nicht den Mumm hatten sich zu dem Ereignis an sich zu bekennen. Die Angst, sich über Umwege irgendein ungewolltes Ossi-Mauer-Sonst-Was-Image einzufangen war bei den Damen und Herren wahrscheinlich zu groß. Schließlich möchte man auf keinen Fall zehn Autos weniger im Jahr durch so einen Vorfall verkaufen. In einer Branche, in der Milliarden eine Rolle spielen, geht man auf Nummer sicher und positioniert sich lieber gar nicht zum Thema. Wie alberne Kinder verstecken sie sich vor dieser ach so schlimmen Gefahr. Ein sehr sehr schlechtes Signal, wie ich finde. Da scheinen gewisse Menschen in dieser Angelegenheit wohl doch noch etwas zwiegespalten zu sein. Vielleicht sorgt die nächste Generation an Führungspersonen in den kommenden zehn Jahren dafür, dass unsere Vorzeigeunternehmen, die Autohersteller, etwas selbstbewusster zu unserer gemeinsamen Geschichten stehen.Dann zieren zum 30. Todestag der Mauer auch deutsche Autos die Szenerie, so wie sich das nämlich gehört. 


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