Japan 6 -Sanja Matsuri
Geposted von: Travelingmic, am 3 September 2009In Japan gibt es für alles einen voraus bestimmten Zeitpunkt, und DER Moment seine Tattoos zu zeigen, die sonst stets vor der Öffentlichkeit verborgen sind, ist eben das Sanja Matsuri. Man ist stolz auf seine Körperkunst und sieht es als Kompliment für den Träger und vor allem den Künstler, wenn sich Außenstehende - wie die ausländische Fachpresse - für seine Werke interessiert.
Manche der älteren unter den Männern ballen auf Fotos fast immer die Fäuste, eher weniger um eine
Ein besonderes Highlight dieses außergewöhnlichen Wochenendes ist allerdings der Besuch bei einem weiteren Veteran der Szene; einem invaliden, aber hochrespektierten Mann in den hohen 70ern, der uns gerne in sein Haus zu reichlich Snacks und vor allem Alkohol einlädt. Nach einigen Runden von potenten Schnäpsen fallen auch hier die Hemden, und die vollständig von Hand tätowierten, über 50 Jahre alten Stücke von Legenden aus Asakusa wie Horigoro I, Horimasa I oder Horitoku kommen in voller Pracht zum Vorschein. In diesen Momenten erschließt sich mir endgültig die Faszination des Horimono, der traditionellen japanischen Handtätowierung.
Übrigens sind keinesfalls alle tätowierten Träger der Mikoshi auch Yakuza; ganz und gar nicht...
Traditionelle Tattoos sind in Japan weiter verbreitet, als man denkt, und die große Mehrheit der Träger von (den ja nicht ganz billigen) Bodysuits haben sich die Tattoos vom Munde abgespart. Viele Kunden der
Schade, aber dennoch Ansporn genug, beim nächsten Sanja Matsuri wieder durch die Strassen von Asakusa, dem Mekka für die Fans der japanischen Tätowierung, zu ziehen! Ich werde wieder dabei sein. Doch zunächst warten in Japan – und auf der ganzen Welt - noch weitere Tattoo-Abenteuer auf mich...


Dirk-Boris Rödel
Heiko Krämer
Jan Burger

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