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Tätowieren in der Südsee – Marshallinseln: Teil III | Start | Die Tattoos der Shan von Myanmar

»Wieso«? »Weshalb«? »Warum«?

Geposted von: Jan Burger, am 29 Oktober 2009
Janburger02_126 So schütze ich meine Privatsphäre als Tätowierte/r

Wer Tätowierungen trägt, weckt die Neugier der meisten seiner Mitmenschen. Insider wollen sie sich ganz genau ansehen. Von ihnen kommen aber kaum Fragen zur Bedeutung der Tattoos. Sie interessieren sich viel mehr für die Ausführung vom technischen Standpunkt aus, womit ich gut klar komme. Szene-Fremde hingegen haben mit der Tätowierung etwas Faszinierendes entdeckt, das nun näher in Betracht genommen werden muss. Ihnen geht es ganz oft um den Inhalt den eine Tätowierung transportiert, also um die private Bedeutung für den Träger.

Einem unbekannten Menschen über Privates zu erzählen ist aber nicht jedermanns Sache. Mit solchen Situationen muss man als Tätowierte/r dennoch rechnen und eine – am besten diplomatische – Lösung finden, um unangenehmen Fragen Einhalt zu gebieten. Dazu muss man sich zunächst klar machen, dass es vollkommen legitim ist keine Auskunft zu geben und nicht für jede/n blank zu ziehen. Freundlich teilt man einfach mit: »Sorry, aber ich möchte meine Tätowierungen gerade nicht vorzeigen oder weiter erläutern.« Für die meisten ist das deutlich genug und sie überdenken ihre Erwartungshaltung. Reagiert jemand mit Unverständnis, so ist das sein Problem, nicht meines. Ich sehe es nicht als meine Pflicht an, auf Wunsch, über meine persönlichen Beweggründe zur Entstehung meiner Tattoos zu informieren. Besonders dann nicht, wenn ein Tattoo sich unübersehbar selbst erklärt, z.B. wenn sich jemand in Verbundenheit mit seiner Heimatstadt, den Schriftzug »Stuttgart« auf den Ellbogen tätowieren lässt. Hinzu kommt, dass nach dem Versuch einer kurzen Erklärung die Fragerei erst richtig losgeht!

Ich teile gerne mein Allgemeinwissen über Tätowierungen; über meine Erfahrungen beim Verheilen, Wartezeiten, in welchen Studios ich gerne war, was mir für Kosten entstanden sind und was ich sonst so an Erfahrungen im täglichen Umgang gemacht habe. Fragen über den Inhalt persönlicher Tattoos, darf und will ich niemandem verbieten, ich muss sie aber auch nicht (ausführlich) beantworten.

Über Komplimente zu meinen Tätowierungen freue und bedanke ich mich. Das Motiv an sich aber erkläre ich Fremden oder fernen Bekannten gegenüber nicht. Denn darüber hängt ein Schild: »Privat«.

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