Kopfjäger-Tattoos – Teil I: Borneo
Geposted von: Lars Krutak, am 12 Februar 2010Ein älterer Dayak aus Kalimantan trägt auf einem Foto von 1896 Zeichnungen, die es heute nicht mehr gibt (siehe Foto). Das zentrale Motiv auf seiner Brust symbolisiert den Stamm des Garing-Baums. Über ihm breiten sich die Flügel des Nashornvogels aus, einem Boten des Kriegsgottes. Garing-Bäume hielten die Menschen für unsterblich und unverwundbar. Der Nashornvogel dagegen stand für Rang und Prestige und sollte Schutz gegen die bösen Geister bieten, die im Dschungel wohnten. Die Tätowierungen auf den Armen und Schultern des Mannes aus Kalimantan zeigen die Blätter der Areca-Palme – einer weiteren symbolischen Waffe gegen böse Geister.
Die Dayak-Männer jener Zeit waren außerdem mit einem stilisierten Baumdach tätowiert, dass die Tiere und Pflanzen ihres Lebensraumes im Dschungel zeigte. Ihre Zeichnungen wirkten gleichzeitig als ewige Tarnung gegenüber den bösen Kräften im Dschungel – feindliche Kopfjäger und böse Geister. Die Kopfjäger trugen ihre Tätowierungen wie ein Gewand der Macht. Da sie so viel Magie enthielten, veränderten sie ihre Träger psychologisch wie körperlich auch selbst. Vielleicht sagten die Ngaju Dayak deshalb: “tätowierte Männer sind heilige Männer und nur sie sollen die perfekte Tätowierung erhalten.”


Dirk-Boris Rödel
Heiko Krämer
Jan Burger

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