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Stickerei auf der Haut – Teil III: Peru

Geposted von: Lars Krutak, am 2 Februar 2010
37B_378 Die Chimú im präkolumbischen Peru stachen ihre Pigmente mit verschiedenen Nadeln (aus Fischgräten, Federkielen, Muschelstacheln), die in Mumiengräbern gefunden wurden. Ihre Tätowiertechnik bestand aus einer Form der Hautstickerei und man nimmt an, dass vor allem Frauen die Tätowierungen ausführten.

Paläopathologische Untersuchungen der Chimú-Mumien (1100-1470 n.Chr.) deuten darauf hin, dass sowohl Frauen als auch Männer tätowiert wurden und diese Praxis weit verbreitet war. Schätzungen zufolge waren in einigen Küstensiedlungen mindestens 30 Prozent der Bevölkerung tätowiert.

Interessant ist, dass die Chimú offenbar den Saft des Jenipapo-Baums (genipa americana L.) als Tinte 37A_252 verwendeten. Der Saft der grünen, unreifen Früchte des Jenipapo-Baums werden bis heute noch als  schwarze Farbe zur Körperbemalung und als Tätowiertinte von den indigenen Völkern Südamerikas benutzt. Bei manchen Gruppen war der Farbstoff hoch angesehen, weil er Geister abhalten sollte. Dies galt insbesondere für die Kopfjäger-Stämme der Jívaro und Mundurucú, die sich selbst und die errungenen Köpfe mit Jenipapo bemalten, um den Sieger vor dem Geist des Besiegten zu schützen.
Jenipapo wird außerdem zur Herstellung verschiedener Heilmittel für Arthritis verwendet. Heute tragen verschiedene Stämme in Lateinamerika die Frucht des Baumes in der Hand, um sich vor Krankheiten und Pech zu schützen.

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