Borneo Teil 6 Kopfjäger - Tattoos der Iban
Daher gilt es zum Beispiel auch als feige, sich im eigenen Langhaus tätowieren zu lassen. So ein Tattoo ist bedeutungslos, da es ja eigentlich nichts aussagt, ausser dass man eben ein Bild auf der Haut gestochen hat.
Doch auch unter den echten „kelingai“ gibt es Unterschiede. Die allermeisten Designs können relativ willkürlich von jedem tätowiert werden, der in der Fremde Lust darauf hat. Doch es gibt eine kleine, aber enorm wichtige Ausnahme: Die „tegulun“; ein einfaches Streifen- und Zickzackmuster, das immer auf den Handrücken und die Finger geklöppelt wird. Dieses Tattoo ist mit einem strengen Tabu belegt, und darf NUR von Männern getragen werden, die den ultimativen Beitrag für die Ehre ihres Langhauses und ihres Clans geleistet haben:
Das „tegulun“ ist das Abzeichen des echten Kopfjägers!
Nur derjenige Iban Krieger darf es bekommen, der höchstselbst den Kopf eines Feindes abgeschnitten und zurück ins Langhaus gebracht hat.
Die Kopfjagd, seit Hunderten von Jahren wichtige rituelle Tradition zahlreicher Dayak Stämme, hatte
Nun komme aber niemand auf die Idee, sich derartige Tattoos stechen zu lassen, ohne die entsprechenden Taten vollbracht zu haben! Laut Erzählungen der Iban werden alle Männer, die unberechtigt „tegulun“ tragen, von schrecklichen Albträumen gequält und ein frühes Ende finden. Also Leute: Finger weg von Tattoos, die ihr euch nicht redlich verdient habt! ;-)


Dirk-Boris Rödel
Heiko Krämer
Jan Burger

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